ASHES2ASHES

Performance

Akademie Schloss Solitude, Stuttgart / 11.11.2016
präsentiert im Rahmen des Symposium: „Economies of Authorship: Ownership and Dispossession“

Der Abschied von verstorbenen Freunden und Familienmitgliedern als identitätsstiftendes Moment ist tief in der brasilianischen Kultur verwurzelt. Verschiedene Formen desselben gleichbleibenden Rituals werden ausgeführt, um die Geister der abwesenden Personen anzurufen und sich so der eigenen Identität gewahr zu bleiben oder zu werden. In Brasilien gelten Geister als ständige Begleiter im täglichen Leben. Gleichzeitig sind Geister und Seelen auch ein wichtiger Bestandteil des westlichen Theaters. Aber sie spielen eine andere Rolle als die brasilianischen Abschiedsritualen. 

Ashes2Ashes ist eine Performance in drei Teilen über die Bedeutungen und Rollen, die Geister in emotionalen Beziehungen im täglichen Leben und in der Arbeit spielen können. 

Der erste Teil der Tanzperformance ist inspiriert von The Posthumous Memoirs of Brás Cubas from Machado de Assis. Cássio Diniz Santiago, ein Nachkomme indischer und europäischer Vorfahren, beginnt seine Erinnerungen zu erzählen, während er seinen eigenen Tod inszeniert. 

Der zweite Teil ist die Darstellung eines Erwachens im Sinne eines Butoh-Tanzes, der sich auf eine Butoh-Sequenz von Yoshito Ohno bezieht.

Der dritte und wichtigste Teil ist die Verkörperung jedes*er einzelnen Performer*in eines Theaterstücks, das von Cássio Diniz Santiago geschaffen und geleitet wurde. Das Stück ist eine Version von Finnegans Wake von James Joyce. Dieser letzte Teil zeigt, dass Ashes2Ashes ein Versuch ist, das Theaterstück in Abwesenheit der Besetzung und des Bühnenbilds neu zu inszenieren. 

Die Performance lässt sich auch mit einem Zitat von Aldous Huxley aus The Doors of Perception (1954) beschreiben: 

“We live together, we act on, and react to one another; but always and in all circumstances we are by ourselves. […] Sensations, feelings, insights, fancies – all these are private and, except through symbols and at second hand, incommunicable. We can pool information about experiences, but never the experiences themselves.”

Konzept Cássio Diniz Santiago | Regie Till Wyler von Ballmoos | Musik Susann Maria Hempel | Performance Cássio Diniz Santiago

 

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