EISTAU

Schauspiel

Stadttheater Bremerhaven / 24.3. – 12.6.2012

Die Dramatisierung des Romans „Eistau“ von Ilija Trojanow spielt als Metapher auf eine verschwindende Welt im Möbelfundus des Theaters Bremerhaven. Der Tod „seines“ Gletschers scheint für den Protagonisten des Romans auch der eigene zu sein. Seit seiner Kindheit fühlt er sich vom Eis wie magisch angezogen. Nun versucht er, um dem Lebens(t)raum weiterhin nahe zu sein, Touristen auf Kreuzfahrtschiffen die vergängliche Schönheit der Antarktis zu vermitteln. Die Leidenschaft wird jedoch getrübt von seiner immer stärker werdenden Wut auf die zerstörerische Ignoranz der Menschen.

Regie Till Wyler von Ballmoos | Text Ilija Trojanow  | Textbearbeitung Lorenz Langenegger | Dramaturgie Natalie Driemeyer | Bühne Emanuel Schulze

Schauspiel Martin Bringmann, Kay Krause, Andreas Möckel, Kika Schmitz, Walter Schmuck, Samuel Stoll, Mira Tscherne, Sebastian Zumpe

AWI-Wissenschaftler Horst Bornemann, Lars Johannes Freitag, Reinhard Kindermann, Hans Oerter Krause

PRESSE
„[…] All dies hat tatsächlich einen ganz besonderen Charme: authentische naturkundliche Vorträge inmitten einer Theateraufführung, ein bisschen Abenteuer zwischendrin – und dem Zuschauer, immer Teil des Geschehens, wird allerhand geboten, ohne dass er jemals das Gefühl bekäme, einer überfrachteten Vorstellung beizuwohnen. Die verschiedenen „Bausteine“ der Inszenierung greifen gut ineinander. Doch nicht nur wegen des kunstvoll arrangierten Adventure-Charakters überzeugt diese Theaterproduktion. Es ist Natalie Driemeyer, Lorenz Langenegger, Till Wyler von Ballmoos sowie den durch die Bank überzeugenden Schauspielern zudem geglückt, zugleich eine überzeugende Theaterversion von „Eistau“ vorzustellen wie auch den Grundton des Romans zu treffen: Bei aller ästhetischen Autonomie dieses Abends erkennt der Zuschauer doch immer wieder den lakonischen Ton von Ilija Trojanows Roman. Das Alfred-Wegener-Institut schließlich dürfte sich am Ende der Vorstellungsserie der gewachsenen Aufmerksamkeit in seiner Heimatstadt sicher sein.“ (Theater der Zeit, Alexander Schnackenburg, Mai 2012)

„[…] Als am Ende das Publikum das Oberdeck über eine Rutsche verlässt, um schließlich draußen vor dem Tore ein SOS zu bilden, während Zeno drinnen seine Tiraden von vorn beginnt und also immer noch nicht weiß, ob er „eine redliche Entgegnung auf die Zumutungen unserer Zeit gefunden“ hat, ist doch noch ein so sinnlicher wie anregender Theaterabend daraus geworden.“ (Nachtkritik, Andreas Schnell, 1.5.2012)

Scroll Up