PARALLELUNIVERSUM

Performance

Theater Winkelwiese, Zürich / 29.3.2011

Die Sensationsmeldung „leakt“ über den Blogeintrag eines geschwätzigen Kantinenmitarbeiters des Kernforschungszentrums Cern: „Energiebilanz der Teilchenkollisionen am Atlas-Detektor geht nicht auf! Die Ursache sind Extra-Raumdimensionen.“
Was String-Theoretiker (und Stephen Hawking) seit langem predigen, scheint jetzt gewiss: Es gibt Trillionen mögliche Parallelwelten. Um in dieses Paralleluniversum einzusteigen reicht ein herkömmlicher manchmal ein fast unhörbarer Zusammenstoss zweier Protonen.

Zwei Astronauten und diverse Parallelwelten als Heliumballone steigen unter einem ohrenbrechenden Getöse aus zwei Kathodenstrahlröhren Fernseher und erkunden von da an ihr Paralleluniversum. Der Ausbruch der Paralleluniversen hat auch die Winkelwiese nicht unbehelligt gelassen. Aufgrund des unbedingten und nicht zu hinterfragenden Anspruchs auf Repräsentation im Theater, ganz besonders von Parallelgesellschaften oder anderen utopischen Welten, muss der performative Raum nun über den Bühnenrand hinweg erweitert werden. Der Nebel, der in solchen Angelegenheiten einen nicht zu vernachlässigenden Teil zu einer solchen Repräsentation beiträgt, wird in der Aufhebung des Rauchverbotes und einer expliziten Aufforderung zum Rauchen nachgekommen.
Es folgt eine Betrachtung unser Selbst im Spiegel des geschaffenen Paralleluniversums, in der Gestalt der zwei Astronauten. Immer wieder unterbricht ein Ping, ein Sonar, ein Ruf in die diversen Paralleluniversen die beiden Astronauten und zwingt sie so zu den eigenartigen sprachlichen und körperlichen Verrenkungen. Quasi eine Steuerung aus dem Nachbaruniversum, wo sich die Doppelgänger der beiden Astronauten treffen.

Konzept und Komposition Till Wyler von Ballmoos | Text und Performance Lorenz Langenegger | Performance Martin Schick

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