TELL – VARIATIONEN

Stückentwicklung
Badisches Staatstheater Karlsruhe / 17.6. – 22.11.2012

Der begnadete Schütze Wilhelm Tell grüßt keine Hüte. Zur Strafe muss er einen Apfel auf dem Kopf seines Sohnes durchlöchern. Er trifft, doch die geladene Waffe als Präventivmaßnahme wird ihm zum Verhängnis. Er befreit sich vom Gefangenenschiff durch einen Sprung ans rettende Ufer. Während die Bergbauern ihre Einigkeit beschwören, durchbohrt Tell die Obrigkeit in der hohlen Gasse. Seine Begründung: Notwehr in der Verteidigung der Freiheit. Die Schweiz wurde geboren – oder der Mythos Tell? Seit rund 700 Jahren wandert der historische und mythische Held Tell durch die politische und kulturelle Landschaft – nicht nur der Schweiz.
In der Stückentwicklung Tell-Variationen werden die Motivik und die Resonanzen des Mythos untersucht. Friedrich Schillers Drama kommt dabei ebenso zum Einsatz wie Gioacchino Rossinis letzte Oper Guglielmo Tell; mittelalterliche Versionen des Mythos um den Freiheitshelden wider Willen, der sich gegen seinen König wehrt, werden mörderischen Wilhelm-Tell- Nachahmungen der Gegenwart gegenübergestellt.
Hat der Mythos Tell immer dann Hochkonjunktur, wenn politische Umwälzungen angesagt sind? Wie sähe eigentlich die Schweiz ohne Tell und Rütlischwur aus?

Regie
Till Wyler von Ballmoos
Dramaturgie
Michael Nijs
Bühne
Evi Bauer

Schauspiel
Robert Besta, Klaus Cofalka-Adami, Gunnar Schmidt, Samuel Stoll