THE NAVIDSON RECORDS | Münchener Biennale 2016

MUSIKTHEATER ALS INSTALLATION
Münchener Biennale / 29.5. – 3.6.2016
Konzerttheater Bern / 8. – 11.9.2016

The Navidson Records ist der Versuch, ein hochkomplexes Gefühl in eine musiktheatrale Topografie zu übertragen. Ein Gefühl, dass aus sehr vielen Gefühlen besteht und mit der eigenen Vergangenheit zu tun hat und mit den Strategien von Sehnsucht diesem Gefühl Herr zu werden. Und sich nicht zu verlieren in Vielschichtigkeit und Unberechenbarkeit. Und so gleicht auch keine der jeweils 7 Stunden jeder Aufführung der anderen. Alles scheint äusserst fragil und in permanenter Verschiebung begriffen. Jede Zuschauer hat die freie Wahl für sich unterwegs zu sein in den Räumen der Navidsons oder sich führen lassen von einem der Bewohner oder beides.

Für The Navidson Records performten über 30 Beteiligte, Musiker*innen, Techniker, Sänger, Komponist*innen, Performer*innen, Szenografen, ein Chor und das Publikum an der Münchener Biennale 2016 während 6 Tagen jeweils 6 Stunden. Ausgehend von der Grundstruktur des postmodernistischen Romans “Das Haus – The House of Leaves” entstand eine ästhetische Situation, in der unbekannte, sich kontinuierlich transformierende Räume das Setting bestimmte. In dieser Musiktheater-Performance provozierten alle Beteiligten die Befragung unserer Wertvorstellungen und Konzepte von Sicherheit und Geborgenheit. Was geschieht mit uns, wenn wir die Orientierung verlieren? Wie gehen wir mit der Begegnung mit Unbekanntem um?

Mittels einer intermedialen und raumgreifenden Installation untersucht die Aufführung das Kippmoment zwischen dem Gefühl ‚Zuhause zu sein‘ und dem Zusammenbruch dieser alltäglichen Vertrautheit. Die Performer*innen erprobten die Gestaltwerdung unsicherer Situationen mit dem Publikum als gemeinsame performativ-musikalische Erkundung.

Was tun, wenn wir uns plötzlich im Nichts und Nirgends befinden?

Mit: Noémie Brun, Marie-Clémence Delprat, Andries Cloete, Béatrice Gaudreault-Laplante, Michael Feyfar, Katelyn King, Lana Kostic, Sibill Urweider, Ruben Mattia Santorsa, Estelle Costanzo | der chor, unter der Leitung von Auður Jónsdóttir | Teilnehmender Beobachter: Leo Dick

Künstlerische Leitung: Tassilo Tesche und Till Wyler von Ballmoos
Regie: Till Wyler von Ballmoos | Raum- und Videoinstallation: Tassilo Tesche | Komposition: Ole Hübner, Rosalba Quindici, Benedikt Schiefer | Sound Art und Performance: Kristian Hverring, Cathy Linek | Elektroakustische Komposition: Cyrill Lim | Produktionsleitung: Maxine Devaud

PRESSE
www.derbund.ch/kultur/theater
www.abendzeitung-muenchen.de/muenchener-biennale

 

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