DER KARLSSONSCHE MAGNET

Musiktheater
geplant

Exposé
Das Theater ist eine ephemere Kunstform und lebt im Augenblick. Mit dem letzten verstummten Ton oder Wort, dem Löschen des Lichts und der Einstellung von Bewegung sind alle Erscheinungen auf der Bühne verschwunden. »Unter dem Gesang ist der Tod, ist die Leere und nur daraus kommt der Glanz«, so Heiner Müller. Einerseits wird mit der Vergänglichkeit des theatralen Erlebens auch unsere eigene Sterblichkeit erfahrbar; andererseits behaupten wir uns mit der Kraft unserer Imagination gegen das Verschwinden, schaffen neue Realitäten, neue Räume und lassen Gedanken auftauchen, die wir längst vergessen glaubten oder die in der Zukunft liegen. Das Projekt Der Karlssonsche Magnet konzentriert sich auf die subjektive Wahrnehmung von Zeit sowie auf die Darstellung und das Erleben von Zeit in unterschiedlichen Medien. Im Spiel mit Vermitteltheit wird der Versuch unternommen, Zeit in Form von Gleichzeitigkeit, Stillstand, Dehnung und Vergegenwärtigung darzustellen, sie real fassbar zu machen oder zu (re)produzieren.

Ausgangspunkt für das Stück ist der Hörspieltext von Lorenz Langenegger. Dieser öffnet durch seine musikalisch gestaltete Sprache Räume für universelle Fragen nach dem Anfang und dem Ende: In welcher Welt wollen wir leben und lieben? Welche Erzählungen schaffen wir uns von Welt? Gibt es mehr als eine, vielleicht sogar unendlich viele? Wo fängt alles an? Und was kommt nach dem Untergang? Graben wir lieber in der Vergangenheit und bringen längst Vergangenes zum Klingen? Braucht es am Ende einen Urknall, damit eine andere, neue Welt entstehen kann?

Der Karlssonsche Magnet schafft ein Spiel mit Wiederholungen fragilen, temporären Räume und verweist damit auf eine Wahrnehmung von Welt, die immer subjektiv konstruiert ist.

Text
Lorenz Langenegger

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